Lenovo

Thinkpad® bezeichnet die professionelle Notebook-Reihe von Lenovo. Der Markenname Thinkpad stammt ursprünglich von IBM® und wurde mitsamt der PC Sparte des US-Herstellers im Jahre 2004 an den chinesischen Hersteller Lenovo verkauft. Das Design der Geräte beruht auf einem Entwurf des Designer Richard Sapper und wurde seit 1992 nur geringfügig geändert. Im Laufe seiner langen Markengeschichte wurden unter dem Namen ThinkPad eine große Anzahl von technischen Neuerungen etabliert, die ihrer jeweiligen Zeit stets um ein paar Jahre voraus waren. Besonders zu erwähnen ist hier das Clamshell Design, ein im Deckel des Notebooks integrierter Bildschirm und Displayschutz, der heute noch in Ansätzen an einigen Notebooks zu finden ist und in der Vergangenheit auch in vielen anderen Geräten wie z.B. Handys zu finden war.

Lenovo® garantiert für die Notebook-Modelle der Think-Reihe eine Ersatzteillieferung von mindestens 5 Jahre, die Erfahrung hat aber gezeigt, dass dieser Wert in den meisten Fällen deutlich übertroffen wurde. Weiterhin zeichnen sich die Notebooks der ThinkPad® Serie durch einen besonders robusten Aufbau und einem Grundgerüst aus einem Titan-Magnesiumwerkstoff aus. Einige Modelle der ThinkPad® Serie sind zudem nach den höchsten US-Standards für militärischen Einsatz zertifiziert was unter anderem den Einsatz bei der NASA und in der Raumfahrt ermöglicht. Auf der internationalen Raumstation ISS befinden sich derzeit mehr als 60 ThinkPads®.

Die ThinkCentre® PC Serie wurde von IBM® im Jahre 2003 für professionelle Anwender und Großunternehmen auf den Markt gebracht und ebenso wie die ThinkPad®-Reihe an Lenovo® verkauft. Da sich die ThinkCentre® Serie auch heute noch überwiegend an gewerbliche Anwender richtet, werden Intel® Prozessoren der mittleren und oberen Leistungsklasse verbaut. Die ThinkCentre® Serie ist in die Sparten Edge für die Einstiegsmodelle und die M-Serie für die Mittel- und Oberklasse Computer unterteilt. Als Formfaktor stehen neben dem altbekannten Tower noch die etwas kompaktere Variante SFF (Small Form Faktor) und die sehr kompakte Variante Tiny (Thin Client Size) zur Verfügung.

Sowohl in der Edge- als auch in der M-Serie gibt es All-In-One Modelle in welchen Computer und Bildschirm in einem Gerät vereint sind. Die Lenovo® ThinkCentre® Tiny-PC können per VESA-Halterung hinter nahezu jedem handelsüblichen Monitor angebracht werden. Mit dem Model Tiny-in-One 23 hat Lenovo® im Jahre 2015 den ersten Monitor mit integriertem Tiny-Steckplatz auf den Markt gebracht was die Installation mit nur einem Kabel und eine Aufrüstung des Arbeitsplatzes in kürzester Zeit ermöglicht.

Die Workstations aus dem Hause Lenovo® hören seit 2008 auf die Bezeichnung ThinkStation®. Es handelt sich hierbei um professionelle High-End Computer für höchste Ansprüche. Alle Modelle der ThinkStation® Serie verfügen über eine ISV-Zertifizierung welche die Voraussetzung zur Ausführung vieler Anwendungen führender Softwarehersteller (Adobe®, Autodesk®, Solidworks®, etc) darstellt. Zudem werden in den ThinkStation® Modellen nur Arbeitsspeicher mit integrierter Fehlerkorrektur (ECC) verbaut, was das Auftreten arbeitsspeicherbezogener Fehler drastisch reduziert.

Das optional zur ThinStation® Serie erhältliche Flex-Modul ermöglicht dem Anwender eine umfangreiche Konfigurationsmöglichkeit seiner Schnittstellen. Neben einem 29-in-1-Kartenleser kann auch ein Firewire, eSATA, eine zusätzliche Festplatte oder ein superflaches optisches Laufwerk eingebaut werden. Bis zu acht verschiedene Konfigurationen sind innerhalb eines 5,25“ Schachtes möglich. Die Modelle der ThinkStation® Reihe unterstützen mindestens drei unabhängige Monitore, haben sechs USB 3.0 Schnittstellen, sind ohne Werkzeug zu öffnen, verfügen über eine integrierte Verschlüsselung per TPM-Sicherheitschip und vieles mehr.

Trivia

Anders als viele sogenannte „Design-Notebooks“ ist der ursprüngliche Look und die damit verbundenen technischen Innovationen tatsächlich von einem echten Designer entwickelt worden. Der deutsche Industriedesigner Richard Sapper entwickelte 1992 am IBM® Designcenter in Yamamoto das Design es ersten ThinkPads® welches optisch von der typisch japanischen Bento Box inspiriert wurde und sich von ihr das kantige Äußere und die Farbgebung in schwarz mit roten Akzenten entlieh. Seit der Einführung hat sich das Design der ThinkPads nur geringfügig geändert, die wesentlichen Merkmale haben die Zeit überdauert und machen ein ThinkPad® stets auf den ersten Blick identifizierbar. Das ThinkPad® Modell 701 mit einer ausziehbaren Tastatur, wurde 1996 in die Sammlung des New Yorker Museums of Modern Art aufgenommen in welcher sich auch andere Exponate von Richard Sapper, beispielsweise die Halogenleuchte Tizio von Artemide, finden. 2013 zeichnet sich Richard Sapper auch für das Design des Lenovo ThinkPad X1 Carbon verantwortlich.

Bereits das Model ThinkPad 750 wurde 1993 an Bord des Space Shuttles „Endeavour“ eingesetzt und war der Auftakt für über 50 Lenovo ThinkPad Notebooks auf Missionen der NASA Shuttles. Seit 1999 wird auch die russische Raumstation MIR mit ThinkPads versorgt, seit 1998 die ISS. Die einzigen von der NASA zertifizierten Notebooks für Langzeiteinsätze im Weltraum sind ThinkPads!

Der Name ThinkPad ist übrigens auf ein kleines Notizbuch zurückzuführen, welches den Mitarbeitern von IBM in entweder braunem oder schwarzem Leder, bei ihrer Einstellung zur Verfügung gestellt wurde. Auf diesem Ledereinband war das Wort „Think“ eingedruckt. Aus diesem „Think“ und dem englischen „Notepad“ wurde dann die Markenbezeichnung ThinkPad. Originale „Think“ Notizbücher sind heute bei Sammlern sehr begehrt. Einige Notebooks der ThinkPad Reihe sind nach dem amerikanischen MIL-SPEC Standard für den militärischen Einsatzbereich zertifiziert.

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